Bündnis 90/DIE GRÜNEN - Fraktion im Rathaus

  
Pressemitteilung vom: 20.01.2012
 

 

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GRÜNE kritisieren unverblümte Lobbyarbeit der FWB-SPD-FDP-Allianz

Überrascht zeigen sich DIE GRÜNEN in Babenhausen über die jüngsten Presseerklärungen aus den Reihen der FWB/SPD- Allianzfraktionen, die die angebliche Transparenz ihrer eigenen Politik loben und gleichzeitig der Opposition Lobbypolitik und die Vertretung von Einzelinteressen vorwerfen.

Allianzfraktionen zeigen sich als größte Lobbyisten in Babenhausen
„Gerade zum Kiesabbau die angebliche Lobbypolitik der Oppositionsfraktionen zu kritisieren, ist schon ein starkes Stück von Oliver Bludau“, meinen DIE GRÜNEN und erinnern daran, dass bei diesem Thema das Durchsetzen von Einzelinteressen durch die Allianzfraktionen am deutlichsten zu erkennen sei. „FWB und SPD haben gemeinsam mit der FDP die Erweiterung der Kiesabbauflächen an der Dudenhöfer Straße gegen massiven Widerstand aus der Bevölkerung durchgesetzt. Dass die treibende Kraft bei diesen Entscheidungen zugleich an dem profitierenden Kiesunternehmen beteiligt ist, die Entscheidungen als Bauausschussvorsitzender maßgeblich beeinflussen konnte und zudem noch FWB-Fraktionsvorsitzender ist, dürfte sich als Lobbytätigkeit kaum wegdiskutieren lassen“, meinen DIE GRÜNEN.

Sie erinnern zudem daran, dass Bludau bereits die Sanierung des Schwimmbades zu verhindern versucht habe, um die frei werdenden Mittel in das Baggerseeprojekt „Seamotion“ umzuleiten, an dem er ebenfalls beteiligt war. „Bludau hätte besser geschwiegen, als vorlaut auf andere zu zeigen, um von eigener Schuld abzulenken“, meinen DIE GRÜNEN Babenhausen.

Nach Auffassung der GRÜNEN sei beim Thema „Kiesabbau“ das letzte Wort zudem noch nicht gesprochen. So haben sich in der Kooperationsvereinbarung zwischen CDU und GRÜNEN im Zweckverband Gruppenwasserwerk beide Fraktionen darauf geeinigt, dass zum Schutz des Trinkwassers keine weiteren Offenlegungen des Grundwassers, z.B. zum Kiesabbau, in den Verbandsgemeinden erfolgen und durch entsprechende Einsprüche und Stellungnahmen möglichst verhindert werden sollen. Zudem haben sich in der Regionalen Planungsversammlung, die solchen Erweiterungsflächen zustimmen muss, die Mehrheitsverhältnisse zwischenzeitlich geändert und DIE GRÜNEN wollen „auch hier versuchen, die Erweiterung der Kiesabbauflächen zu verhindern mit dem Blick auf eine nachhaltige Stadtentwicklung und zum Nutzen aller Babenhäuser und nicht zum Vorteil Weniger“. 

Bürgermeisterin macht sich zur Fürsprecherin von Partikularinteressen
Kein Verständnis haben DIE GRÜNEN auch für das Festhalten von Bürgermeisterin Coutandin an einer Machbarkeitsstudie für die Westumgehung. Den Gegnern einer solchen Westumgehung warf Coutandin die Verfolgung von Einzelinteressen vor. „Hier scheint die SPD-Bürgermeisterin an  einem Vorhaben festhalten zu wollen, das alles andere als nachhaltig ist und zudem als ökologischer und wirtschaftlicher Unsinn zu bezeichnen ist. Allerdings hat die Sozialdemokratin vor der Wahl einer kleinen Gruppe von Anliegern der Bouxwillerstraße die Westumgehung versprochen. Dies darf man als klassisches Beispiel der Durchsetzung von Einzelinteressen bezeichnen. Die Anzahl der Gegner einer Westumgehung übersteigt nämlich die Zahl der Befürworter um ein Vielfaches. Viel mehr Menschen werden durch eine Westumgehung belastet als sie an anderer Stelle entlastet werden. Und diese Menschen haben sich inzwischen in einer starken Bürgerinitiative organisiert“, so DIE GRÜNEN weiter. Nach Ansicht der GRÜNEN mache eine Westumgehung objektiv gesehen zudem gar keinen Sinn. „Das Land hat schon die Planungsarbeiten für die Südumgehung aus Geldmangel eingestellt, für eine Westumgehung wird es also erst recht kein Geld geben. Die neue Mehrheit in der Regionalen Planungsversammlung Südhessen will Umgehungsstraßen nur noch in Einzelfällen akzeptieren, wenn sie zu einer mindestens 50%-igen Entlastung der bisherigen Strecke führen. Die Anforderungen an ökologische Standards und Ausgleichsmaßnahmen, sowie die immer höheren Lärmschutzanforderungen machen fragwürdige Straßenbauprojekte immer unwahrscheinlicher. Die permanente Ebbe in der kommunalen und auch in der Landes-Kasse dürfte keine 20 Millionen Euro für die Westumgehung übrig lassen, zumal die städtischen Mittel sinnvoller für andere Projekte der Stadtentwicklung und Standortentwicklung eingesetzt werden könnten“, meinen DIE GRÜNEN. Dass die Bürgermeisterin und die Allianzfraktionen aus FWB, SPD und FDP bei dieser Faktenlage aber immer noch an einer Machbarkeitsstudie für eine Westumgehung festhalten, die rund 60.000 Euro kosten wird, ist nach Ansicht der GRÜNEN „nicht nur Lobbyarbeit pur, sondern auch noch unvernünftig.“

In einem anderen Fall habe die Bürgermeisterin bereits gezeigt, wie weit die Lobbyarbeit der Allianzfraktionen geht. DIE GRÜNEN: „Gegen den Rat von Fachleuten ein Wohnbaugebiet mitten in einem Gewerbegebiet zuzulassen, damit gleichzeitig dringend notwendiges Gewerbegebiet in Wohngebiet umzuwandeln, das alles „richtungsweisend“ zu nennen und dann auch noch selbst die dünnen Argumente der Firma für diese Extrabehandlung vorzutragen, das ist nicht nur städtebaulich ein schwerer Fehler, sondern auch noch offene Lobbyarbeit. Dieses Bedienen von Partikularinteressen hat mit dem Versuch von unsauberen Personalentscheidungen begonnen und findet mit dem Bedienen von unternehmerischen Einzelinteressen zum Schaden der Stadtentwicklung seinen vorläufigen Höhepunkt.“ Nach Ansicht der GRÜNEN könne man den Allianzfraktionen handwerkliche Fehler bei einzelnen Entscheidungen vielleicht noch nachsehen, „aber wenn die FWB-SPD-FDP-Allianz anderen Fraktionen mal eben im Vorbeigehen Lobbyarbeit vorwirft, dann muss man der größten Lobbyallianz in der Geschichte Babenhausens die eigenen Lobbysünden schon mal in Erinnerung rufen“, meinen DIE GRÜNEN abschließend.